• Blauer Spätburgunder
  • Der Spätburgunder oder Pinot Noir ist für die Rotweine, was der Riesling für die Weißweine ist: die Spitze der Qualitätspyramide. Spätburgunder gehört zu den Rebsorten, die am frühesten aus den mitteleuropäischen Wildreben ausgelesen wurden. Kaiser Karl III. brachte den Spätburgunder im Jahre 884 an den Bodensee. Die meisten Spätburgunderreben auf deutschem Boden wachsen in Baden.

    Diese edle Sorte verlangt viel Sorgfalt. Sie stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. In Baden, besonders am Kaiserstuhl, findet sie allerbeste Anbauvoraussetzungen, um Rotweine hervorzubringen, die zu den besten der Welt zählen. Spätburgunder wird vornehmlich trocken ausgebaut, teilweise auch mit einer gewissen Restsüße. Auch Roséweine und Weißherbst gehören zum Potenzial des Spätburgunders. Werden die Trauben rasch nach der Lese gepresst, lässt sich aus dem hellen Saft ein „Blanc de Noirs“, ein Weißwein aus roten Trauben, herstellen. Spätburgunder kann auch gut zu Schaumwein verarbeitet werden, als roter Sekt oder Blanc-de-Noirs-Sekt. Die feinsten Spätburgunderweine werden oft im Barrique ausgebaut.

    Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig. Der typische Spätburgunder hat einen angenehmen Duft von roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere, mit Nuancen von Mandel. Bei im Barrique ausgebauten Spätburgundern kommen Vanille- und Zimt-Anklänge hinzu. Spätburgunder mit kräftiger Farbe, mehr Gerbstoffen (Tanninen), weniger Säure und Lagerung im kleinen Eichenfass gewinnen immer mehr Liebhaber.

     

  • Müller-Thurgau
  • Der Müller-Thurgau wird heute zu den Standardsorten gerechnet, obwohl er erst vor etwa 100 Jahren aus einer Kreuzung entstanden ist. 1927 züchtete Professor Hermann Müller aus dem schweizerischen Thurgau die Rebsorte – daher der Name. Mittlerweile weiß man, dass der Müller-Thurgau von Riesling und Madeleine Royal (andere Quellen nennen den Gutedel) abstammt – nicht, wie lange angenommen, vom Silvaner. An diese Theorie erinnert noch der Name Rivaner.

    Der früh reifende Müller-Thurgau zeigt bei Ertragsreduktion seine ganze Stärke. Die strenge Qualitätsphilosophie badischer Winzer passt dazu. Ihre Müller-Thurgau-Weine zählen zur Spitzenklasse.
    Müller-Thurgau-Weine verbinden Fruchtaromen – zum Beispiel knackigen Apfel und Aprikose – mit milder Fruchtsäure. Oft ist eine leichte Muskatnote vorhanden. Die Weine schmecken frisch und jung am besten. Sie sind ideale Sommerweine. Trocken ausgebaut wird die Sorte heute gerne auch als Rivaner bezeichnet.

     

  • Der Riesling
  • Riesling ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt. In Baden ist er seit langem heimisch, und schon sehr früh hat sich in der Ortenau das Synonym „Klingelberger“ eingebürgert – nach dem Weinberg, auf dem er vor 250 Jahren angebaut wurde. Riesling kann höchste Weinqualitäten hervorbringen – wenn Lage und Klima stimmen. Er bevorzugt kräftige, jedoch gleichzeitig auch durchlässige Böden und liebt die Sonnenwärme der Südhänge, wo ihm eine lange Vegetationsphase gesichert ist. Denn die braucht der Riesling: er ist die am spätesten reifende Rebsorte, die deutsche Winzer anbauen. Wenn er reichlich Zeit zum Reifen hat, entwickelt Riesling anregende Fruchtsäuren und feine Würze von großer Vielfalt, bei meist nicht sehr hohem Alkoholgehalt.

    Rieslinge stehen in allen Geschmacksstufen zur Verfügung. Der typische Riesling zeigt eine hellgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe, im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine feinrassige Säure. Auch als Sekt ist Riesling erstklassig.

     

  • Grauer Burgunder/Ruländer
  • In jeder Reihe von Abbildungen weißer Rebsorten fällt der Grauburgunder mit seinen malvenfarbigen Trauben auf. Kein Wunder: Die Sorte ist aus einer Mutation des Spätburgunders entstanden. Grauburgunder werden meist trocken, mittelkräftig und etwas säurebetont, Ruländer dagegen häufig als gehaltvolle Weine mit betonter Süße angeboten. Der Name Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Seger Ruland zurück, der die interessanten, aus Frankreich stammenden Trauben 1711 in einem Speyerer Garten entdeckte und für ihre weitere Verbreitung sorgte. Die badischen Winzer widmen dem Grauburgunder über 10 % ihrer Anbaufläche. Grauer Burgunder ist die zweitwichtigste weiße Rebsorte in Baden!

    Grauburgunder duftet – je nach Ausbaumethode – nach grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter und Birne und schmeckt nach Ananas und Zitrusfrüchten, Trockenobst und Rosinen. Daneben treten gelegentlich vegetative Noten von grünen Bohnen oder Paprikaschoten auf. Im Barrique ausgebaute Vertreter können feine Röstnoten aufweisen.

     

  • Weißer Burgunder
  • Wäre die Farbe der reifenden Beeren nicht, niemand könnte ihn im Weinberg vom Ruländer, dem Grauen Burgunder unterscheiden, denn Trauben- und Blattform sind völlig gleich.
    Weißburgunder braucht warme, möglichst tiefgründige und kräftige Böden sowie exponierte, trocken-warme Lagen. Baden ist die Hochburg des Weißen Burgunders in Deutschland. Weißburgunder sind dank ihres hohen Säuregehalts meist elegant und rassig und hervorragende Menüweine. Es sind Spätzünder: Frühestens ein Jahr nach der Ernte erreichen sie ihren geschmacklichen Höhepunkt.

    Weißburgunder duftet und schmeckt nach (grünen) Nüssen und Mandeln, Birne und Quitte, Ananas und Aprikose. Oft kommen Noten von Zitrusfrüchten, manchmal von frisch geschnittenem Gras hinzu. Weißburgunder ist ebenso erfrischend wie komplex und ein erstklassiger Speisebegleiter.

     

  • Gewürztraminer
  • Gewürztraminer wird schon lange in Deutschland angebaut und gehört zu den Rebsorten, die in der Blüte am empfindlichsten sind. Entsprechend liegen die Hektarerträge oft weit unter den zugelassenen Höchsterträgen – natürliche Ertragsreduktion, sozusagen!
    Aus der sehr aromatisch-würzigen Sorte können je nach Boden und Ertrag elegante oder schwere Weine – mit teilweise beachtlichem Alkoholgehalt – erzeugt werden. Allen gemeinsam ist eine relativ milde Säure. Gewürztraminer duften charakteristisch nach abblühenden Rosen, nach Honig, Marzipan, Bitterorangen und Quittengelee. Das aromatische Bukett, ergänzt durch einen herb-würzigen Fruchtgeschmack, macht den Gewürztraminer zu einer Sorte für Liebhaber aromatischer Weine.